erster Vortrag!

Nicht vergessen, am 21.11. gibt es in Kooperation mit dem AFLR unseren ersten Vortrag:

Was ist Anarcha-Feminismus? von about:fem

21:00 Uhr im Havanna8, kommt vorbei!

Let’s talk about anarchy! – Vorträge im November

21.11.17, 21 Uhr im Havanna 8:

Was ist Anarcha-Feminismus?

Vortrag und Diskussion mit about:fem

Ist der Anarchismus von sich aus eine feministische Strömung?
WelcheKritik gibt es an der (weißen und bürgerlichen) feministischen Geschichtsschreibung aus libertärer Perspektive? Wie hat sich Anarcha-Feminismus entwickelt und welche Gruppen und Personen waren dabei prägend? Was bedeutet das alles für anarchistische und feministische Bewegungen heute? Zu diesen Fragen wird es einen Input von etwa 45min geben um danach gemeinsam zu disktieren.


28.11.17, 21 Uhr im Havanna 8:

„Antisemit, das geht nicht unter Menschen!“

Anarchistische Positionen zu Antisemitismus, Zionismus und Israel

Vortrag und Diskussion mit Jürgen Mümken

Eine freiheitliche, sozial gerechte Gesellschaft kann nur dann erreicht werden, wenn zuvor auch eine der ältesten Gruppenfeindschaften der Menschheitsgeschichte, der Antisemitismus, der im letzten Jahrhundert durch den deutschen Nationalsozialismus zum schlimmsten Menschenverbrechen der Geschichte geführt hat, in den Köpfen und Herzen aller Menschen dauerhaft beseitigt wird.

In dem Vortrag wird es einen Ritt durch die Geschichte anarchistischer Positionen zu Antisemitismus, Zionismus und Israel geben: von anarchistischen Antisemiten und der anarchistischen Auseinandersetzung mit Antisemitismus, von der Dreyfus-Affäre in Frankreich über die antijüdischen Pogrome in Russland zur Shoah, von einem anarchistischen Zionismus über die Kibbuz-Bewegung zum Staat Israel, von Martin Bubers Bi-Nationalismus über eine anarchistische Pro-Israel-Haltung zu „Anarchist against the wall“. Es gab und gibt nicht die eine anarchistische Position zum Zionismus und zur Gründung des Staates Israel. Jürgen Mümken stellt in seinem Vortrag die verschiedenen Positionen in ihrem jeweiligen Zeitkontext dar.

Anarchistinnen* gesucht

Hey ihr,
falls ihr lust habt euch anarchistisch zu organisieren, um in einer geschlossenen gruppe politisch zu arbeiten, wir suchen grad leute!
wir laden explizit anarchas* dazu ein, euch zu überlegen ob ihr teil von ana*m werden wollt. aufgrund unserer gender-quotierung (siehe selbstverständnis) suchen wir gerade nicht nach cis-männern, doch auch ihr braucht euch davon nicht abschrecken lassen uns zu schreiben. wir freuen uns über jede nette email und es wird dann nur halt ne weile länger dauern bis wir euch als potenzielle gruppenmitglieder in erwägung ziehen können.
also wer interesse hat, schreibt uns ’ne mail an ana_m@riseup.net
liebe*rtäre grüße,
ana*m

#unsere_PhilFak wurde besetzt!

Am Montag den 26. Juni wurde die PhilFak von einigen linken Aktivist*innen besetzt. Nach eigener Aussage wollen sie sich bis Mittwoch Räume der Uni nehmen, um dort eigenes Programm mit Vorträgen, Workshops, Konzerten und ähnlichem abzuhalten. Klingt auf jeden Fall spannend und als würde es sich (auch für nicht Studierende) lohnen dort mal vorbei zu schauen.

Squat the World!

Gegen fundamentalistische Würgegriffe!

Gegen fundamentalistische Würgegriffe!

Seit Monaten verhandelt die Stadt Marburg über die Nutzung und den Verkauf der seit Jahrzenten leerstehenden und baufälligen Lockschuppen. Seitdem gab es mehrere Treffen, bei dem sich klar kristallisierte, dass der lokale „Christus-Treff“1 diese Räumlichkeiten für sich nutzen möchte um daraus einen „Knotenpunkt des CT“2 zu errichten.

Doch was ist der Christus-Treff überhaupt?

Der Christus-Treff ist eine fundamentalististische Gemeinde, welche sich durch ein konservatives Geschlechterbild und die Abwertung von LGBTQI* (LesbianGayBiTransQueerInter*) auszeichnet.

Dies wird zum Beispiel an einem ihrer CT-Ratsleiter, namentlich Roland Werner, deutlich3: Werner selbst bezeichnet sich als „geheilten Homosexuellen“ und schrieb mehrere Bücher über die „Ex-Gay-Bewegung“4, womit er Begehren jenseits der Heterosexuellen Norm als Krankheit abwertet. Desweiteren organisierte er in der Vergangenheit „Seminare zur homosexuellen Umpolung“5 und arbeitet seit ein paar Jahren als Honorarprofessor an der Evangelischen Hochschule Tabor in Marburg6.

Bisher gab es von Seiten des Christus-Treffs keine öffentliche Distanzierung zu dieser Person. Bei ihren befreundeten Organisationen zählen sie zudem unter anderem das „Christival“ und „die Ökumenische Kommunität Offensive Junge Christen“ auf7. Das „Christival“ geriet schon 2008 in Kritik, weil diese Homosexualität pathologisieren und dort Kuren für Homosexuelle angeboten wurden8. Im Zuge dessen bildete sich ein emanzipatorisches NoChristival-Bündnis9 mit darauf folgenden Protesten10. Auch die „Offensiven Jungen Christen“ gerieten mehrere Male in die Schlagzeilen, weil sie Homosexuellenfeindliche und anti-feministische Weltbilder vermitteln11.

Der Christus-Treff selbst besitzt nach eigenen Angaben folgende Räumlichkeiten in Marburg „Das ChristHaus in Marburg, […] das Begegnungszentrum „CON:TEXT“ in Marburgs Oberstadt, das CT-Haus Steinweg 12, viele Wohn- und Hausgemeinschaften“12 und außerdem weitere Räumlichkeiten in anderen Städten.

Es lässt sich durch Recherche klar erkennen, dass sie über eine große Menge an Personal und finanziellen Möglichkeiten verfügen und gut vernetzt zu sein scheinen. Aufgrund dieser Tatsachen haben sie überhaupt die Kapazitäten den Lockschuppen mit mehr als 2 Millionen Euro kaufen zu wollen um ein weiteres Gebäude zu besitzen wo sie Menschen religiös indoktrinieren und somit ihre Vormachtsstellung in Marburg weiter ausbauen können.

Der Christus-Treff hat nach den letzten größeren Protesten im Jahre 2009, welche in Marburg im Zuge des „Internationalen Kongresses für Psychotherapie und Seelsorge“ mit selbsternannten „Homoheilern“ stattfand13, verstanden, dass fundamentalistische Sichtweisen hier nicht unkommentiert bleiben. Es gilt jetzt, ihnen diese Tatsache auch weiterhin zu verdeutlichen!

Nein, es bleibt dabei: Gegen Staat, Nation, Kapital, Patriarchat und religiösen Fundamentalismus!

Trotz steigender Mieten, Gentrifizierung und fehlender sozialer Jugendräume schafft es also eine fundamentalistische Gemeinde sich solche Räumlichkeiten anzueignen. Dies bringt uns zu einem weiteren kritisierenswerten Faktor: Nämlich die SPD Marburg und ihre Stadtpolitik.

SPD=Sozial? Fehlanzeige!

Die SPD Marburg mit ihrem Oberbürgermeister Thomas Spies hat für den Haushaltsplan 2017 beschlossen, die freiwilligen sozialen Leistungen der Stadt um 12 % zu kürzen14. Im Konkreten bedeutet dies, dass kulturelle und soziale Angebote wie das Trauma im G-Werk bis zu Ganztagsangeboten von Schulen und Jugendhilfe massiv von finanziellen Kürzungen betroffen sind. Nachfolgende Proteste scheinen der SPD relativ egal zu sein, an ihrer Entscheidung hat sich schlussendlich nicht viel geändert15. Die SPD, welche bei den Gesprächen und der Vergabe der Lockschuppen eine wichtige Rolle spielen, werden wahrscheinlich erneut enttäuschen. Warum sollte eine Partei, welche solche drastischen Kürzungen innerhalb der Stadtpolitik vornimmt, diese Räumlichkeiten für emanzipatorische Projekte zur Verfügung stellen anstatt auf den größtmöglichen Profit zu spekulieren.

Neben den beschriebenen Kürzungen ist in Marburg eine Gentrifizierung sondergleichen zu erleben: Mietpreise steigen weiter an, alternative Hausprojekte wie die KAUZ werden plattgemacht und einer der einzigen Jugendräume wie das „Cafe Compass“ könnten in den nächsten Jahren verschwinden16.

Alternativen?

Wir brauchen keine weiteren religiös-fundamentalistischen Strukturen, wir brauchen linke Freiräume! Diese regressive Stadtplanung ist aber ausschlaggebend für das gesellschaftliche Zusammenleben in Marburg in den nächsten Jahren. Wenn wir dem nichts entgegensetzen werden die letzten verbliebenden emanzipatorischen Projekte in Marburg bald verschwinden. Freiräume müssen erkämpft und verteidigt werden damit überhaupt eine solidarisch-progressive Politik möglich wird.

Deswegen rufen wir dazu auf an der Demonstration „Kein Raum für Sexismus, Homophobie und religiösen Fundamentalismus“ am 27.06.17 um 16 Uhr, Startpunkt Elisabeth-Blochmann-Platz, teilzunehmen!

Kein Gott, Kein Patriarchat, Kein Mietvertrag!

Für ein freies Leben ohne Autorität und religiösen, anti-emanzipatorischen Wahn!

Link zur Kampagne: http://noplace.blogsport.de/ _________________________________________________________

2http://www.op-marburg.de/Lokales/Marburg/Aus-der-Kernstadt/Jetzt-spricht-der-Christus-Treff

3http://www.christus-treff-marburg.de/ueber-den-ct/leitung/

4https://gaywest.wordpress.com/2010/07/07/roland-und-die-hand-gottes/#more-12575

5http://www.taz.de/!5164518/

6https://www.eh-tabor.de/de/werner

7http://www.christus-treff-marburg.de/partner/zusammenarbeit/

8http://www.taz.de/!5180197/

9http://www.queer.de/detail.php?article_id=8678

10http://www.spiegel.de/lebenundlernen/uni/christen-kongress-gott-heult-mit-dir-a-551264.html

11https://www.welt.de/politik/article3567654/Evangelikale-wollen-Schwule-jetzt-heilen.html

12http://www.christus-treff-marburg.de/ueber-den-ct/ueber-uns/

13http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/kongress-in-marburg-massive-kritik-am-auftritt-von-homoheilern-a-619571.html

14http://www.op-marburg.de/Lokales/Marburg/Aus-der-Kernstadt/Widerstand-gegen-Kuerzungen-waechst

15http://www.op-marburg.de/Lokales/Marburg/Aus-der-Kernstadt/500-demonstrieren-gegen-Sozialkuerzungen

16 http://www.op-marburg.de/Lokales/Marburg/Sorge-um-die-Zukunft-des-compass