Solidarität mit dem Havanna Acht!

Seit über 30 Jahren befindet sich in Marburg, gegenüber des Alten Universitätsgebäudes in einem kleinen denkmalgeschützten Fachwerkhaus die linksradikal-feministische Kneipe (vgl. Selbstverständnis des Havanna Acht) Havanna Acht. In dem dunklen Kneipenraum hat schon so manch eine marburger Zecke ihre Abende verbracht. Doch damit könnte es bald vorbei sein. Das Gebäude des Havanna Acht wurde verkauft und der neue Vermieter hat den Mietvertrag gekündigt.

Warum die Schließung des H8 für die anarchistische Bewegung in Marburg ein Einschnitt wäre, soll in dieser Soli-Erklärung, die sich vorallem an Anarchist*innen aus anderen Städten, aber auch an alle anderen solidarischen Menschen richtet, dargelegt werden. Denn obwohl das Havanna Acht sich nicht explizit als anarchistisch versteht bzw. bezeichnet, lebt es doch anarchistische Praxis. Vorallem zwei Faktoren stechen dabei heraus: der Anarchosyndikalismus und der Anarchafeminismus.

Zunächst zum Anarchosyndikalismus. Das Havanna ist nicht gewerkschaftlich organisiert. Von den Verbindungen zur FAU, die es einmal gegeben haben soll, bleibt heute nur ein Plakat hinterm Tresen: „Keine(r) braucht Chefs!“ Doch eben dieser anarchosyndikalistische Grundsatz wird im H8 gelebt. Die Kneipe wird kollektiv geführt; es gibt weder Angestellte noch Chef*innen. Gearbeitet wird „selbstbestimmt und bedürfnisorientiert“, so das Selbstverständnis (ebd.). Auf Solidarität unter den Arbeitenden wird hier viel Wert gelegt und wer sie fragt, wird hören, dass das Arbeitsklima im Havanna Acht um ein Vielfaches angenehmer ist, als in jedem Lohnarbeitsverhältnis. In dieser Praxis sieht sich das Kollektiv als explizit antikapitalistisch (vgl. ebd.).

Als Anarchafeminist*innen ist uns natürlich der feministische und antidiskriminatorische Anspruch des Havanna besonders wichtig. Wer hier grenzüberschreitend handelt wird des Raumes verwiesen. Das gibt es in anderen Kneipen in Marburg, wo vorallem Sexismus eine Alltäglichkeit ist, in der Konsequenz nicht. Natürlich kann es in einer auf Ungleichheit basierenden Gesellschaft keinen komplett diskriminierungsfreien Raum geben. Dennoch: Ein Freiraum wie das Havanna Acht ist in Marburg einzigartig und sollte es schließen müssen, gäbe es hier keinen mehr. Gerade in Zeiten des zunehmenden Rechtsrucks, in denen vermehrt farbentragende Burschis durch die Innenstadt ziehen, ist ein solcher Raum unverzichtbar.

Zu guter Letzt ist das Havanna Acht für die anarchistische Bewegung, wie für die anderen Teile der radikalen Linken, ein wichtiger Treffpunkt. Nicht nur ist die Kneipe ein wunderschöner Ort, um die abendliche Mate oder das abendliche Bier zu konsumieren, sondern ist das Kollektiv auch stets bereit, emanzipatorischen Veranstaltungen einen Raum zu bieten. So haben auch von unseren bisher vier öffentlichen Veranstaltunngen drei im Havanna Acht stattgefunden (Vorträge Was ist Anarcha-Feminismus mit about:fem, unterstützt vom AFLR; Antisemit, das geht nicht unter Menschen mit Jürgen Mümken und Auf nach Buchholz! mit Pro Choice Sachsen).

Zusammengefasst würde, sollte das Havanna Acht dicht machen müssen, ein Ort der herrschaftsarmen Organisierung, ein feministischer Freiraum und ein politischer Treffpunkt verloren gehen. Das fänden wir extre, schade und deshalb sprechen wir dem Kollektiv unsere volle Solidarität aus und werden es bei seinem Kampf um seinen Raum so gut wir können unterstützen. Wir fordern unsere Genoss*innen, Mitverschwörer*innen und Freund*innen in allen Städten auf, es uns nach Möglichkeit gleichzutun. Weitere Infos dazu, was passiert und wie ihr helfen könnt findet ihr unter savetheH8.noblogs.org.

Das Havanna Acht bleibt, sonst wird’s ungemühtlich!

ana*m

Mobivortrag: Auf nach Annaberg Buchholz!

Jährlich finden in in Annaberg-Buchholz, einer Kleinstadt in Sachsen, sogenannte „Schweigemärsche für das Leben“ statt. Daran nehmen circa 400-700 evangelikale Fundamentalist*innen teil.

Um diesem Treiben entgegenzuwirken plant das „Pro-Choice Bündnis Sachsen“ eine Demonstration mir dem Titel „Leben Schützen: Abtreibung legalisieren“

Eine Person aus dem Bündnis wird dazu nach Marburg kommen um einen Mobivortrag im Havanna8 (Lahntor 2) um 21 Uhr zu halten.

Alle weiteren Infos bezüglich Hin- und Rückreise werden demnächst hier veröffentlicht werden.

Für Feminismus & Genderwahn Fighten! Gemeinsam auf die Straßen Annabergs – Gegen religiösen Fundamentalismus und dem Nationalen Konsens!

Aufruf: Kein Raum für Homophobie, Sexismus und Religiösen Fundamentalismus! Gegen die Jahrestagung der Akademie für Psychotherapie und Seelsorge!

Wir rufen dazu auf an den Protesten teilzunehmen! Kein Gott, Kein Staat, Kein Patriarchat!

Die Akademie für Psychotherapie und Seelsorge (APS) gastiert am Wochenende des 27.-28. April 2018 im Konferenzzentrum der Evangelischen Hochschule Tabor anlässlich ihrer Jahrestagung mit dem Motto „Vorbilder! Orientierung oder Verführung?“. Die APS gibt sich als Organisation mit dem „Zweck, Begegnungen zwischen Psychotherapie und christlicher Seelsorge in Wissenschaft und Praxis zu fördern“. Unter diesem Leitbild organisiert sie in regelmäßigen Abständen Kongresse, veranstaltet eine jährliche Tagung, und ist Herausgeberin der Zeitschrift „P & S – Magazin für Psychotherapie und Seelsorge.“ Im Jahr 2009 wurde die Stadt Marburg zum Austragungsort eines Kongresses der Organisation. Unter dem Motto „Begegnung zwischen Psychotherapie und Seelsorge in Wissenschaft und Praxis“ wurde dazu geladen, sich insbesondere mit den Themen der Sexualität und der sexuellen Orientierung auseinanderzusetzen.

Mit dabei waren auch Redner und Gruppen, die für „Konversionstherapien“, also die „Heilung“ von Homosexuellen warb. Neun Jahre später sind es die gleichen Strukturen, die zur Jahrestagung laden. In gewohnter Manier sind dazu Redner*innen eingeplant, deren menschenverachtende Ideologie einige von ihnen nur schwer zu verbergen wissen. So wird am Freitagabend der Theologe Dr. Michael Rhode sprechen. Rhode ließ sich bei einer Geprächsrunde im Rahmen eines „Kirchentages“ im Jahr 2009 etwa zu folgendem aus: „Sex ist von Gott vorgesehen für einen Mann und eine Frau, die sich versprochen seien (…) Wenn eine Ehe scheitert, ist das eine Sünde. (…) Homosexualität ist eine Disposition, die ich mit dem Willen steuern kann.” Weiter sagt er: „Sex ohne Bindung zum Partner lässt sich nicht mit dem christlichen Glauben vereinbaren, (…) auch Sado-Maso-Sex ist eine Fehlform” . Auf die Frage, was geschehe, wenn sein Sohn homosexuell sei, postulierte er, dass das aufgrund seiner Prägung wohl unwahrscheinlich sei.

Personell wie auch strukturell ist die APS innerhalb christlich-fundamentalistischer Zusammenhänge bestens vernetzt. So werden ihr Vorsitzender, Dr. Martin Grabe, sowie der Theologe und Therapeut Martin Drogat, von der „Stiftung Therapeutische Seelsorge“ als Dozenten aufgeführt. Die „Stiftung Therapeutische Seelsorge“ ist eine Tochterorganisation der Organisation „Entschieden Für Christus“ (EC), und vertritt offen homo- und trans*feindliche, sowie sexistische Positionen. Sie schreibt über sich selbst: „Seelsorge, Therapie und Lebensstiländerungen, und die damit verbundene Lösung seelischer Konflikte, sowie die überwindung und Bewältigung von Lebenskrisen, geschieht in seelsorgerlich therapeutischen Gesprächen, in denen der Seelsorger den Ratsuchenden begleitet. Der Seelsorger weiß sich dabei unter der Führung des Heiligen Geistes.“ In familialistischem Duktus inszeniert sich die Stiftung dabei auch offensiv gegen Gleichstellungspolitiken und

Geschlechtergerechtigkeit und postuliert in einem als offener Brief an Angela Merkel adressierten Schreiben: „Die liebevolle Partnerschaft von Mann und Frau stellt als biologisch wie biblisch begründete Lebensform die optimalen Bedingungen für Kinder bereit, um zu starken und verantwortungsvollen Persönlichkeiten zu wachsen und heranzureifen. Sie erleben und achten die Verschiedenheit der Geschlechter, deren gemeinsame Würde und einen konstruktiven Umgang miteinander.“ Martin Drogat, nach eigenen Angaben Diplompädagoge und Theologe , ist neben seinen Tätigkeiten für die Akademie für Psychotherapie und Seelsorge und die Stiftung Therapeutische Seelsorge auch als Dozent an der evangelikalen „Hochschule“ Tabor am Marburger Ortenberg und Mitarbeiter der Liehrnhof-Akademie .

Ebenfalls Dozent in Tabor ist Roland Werner , ehemaliges Aushängeschild und Gallionsfigur der „ExGay“-Bewegung und überzeugter Schwulenhasser. Werner ist Mitgründer und langjähriger Funktionär der Gruppe „Christus Treff“ in Marburg und Vorstand der „Evangelischen Allianz“ . Der Christus Treff hat im vergangenen Jahr unter anderem dadurch für Aufsehen gesorgt, dass er sich als festes Bestandteil einer langfristigen Nutzung des Lokschuppens auf dem Waggonhallenareal auch gegen massiven Protest hat etablieren können. Es handelt sich, wie nicht zuletzt die Persona Werner zeigt, um eine gut vernetzte christlich-fundamentalistische Organisation, ohne jede Berührungsangst gegenüber dezidiert homofeindlichen und sexistischen Ideologien.

Die Liste ist zu lang, um mit den hier aufgegriffenen Beispielen auch nur annähernd für vollständig erklärt zu werden. Nicht nur in Marburg als Hochburg evangelikaler und christlich-fundamentalistischer Strukturen werden antifeministische und homophobe Positionen wieder selbstbewusst und öffentlich kundgetan, in ganz Hessen haben derlei menschenfeindliche Ideologien Konjunktur, wie ein Blick auf die kürzlich stattgefundene Männerrechtler-Tagung „Familienkonflikte gewaltfrei austragen“ in Frankfurt am Main zeigt.

Als Zeichen des Protests gegen die Veranstaltung der Akademie für Psychotherapie und Seelsorge, und die grassierende gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit von religiös-fundamentalistischen Ideolog*innen finden in Marburg diverse Veranstaltungen statt. Das Bündnis Kein Raum für Sexismus, Homophobie und Religiösen Fundamentalismus ruft am Freitag, den 27. April 2018 um 17 Uhr zur Demonstration auf. Treffpunkt ist der Vorplatz des Cineplexx Marburg.

Am Mittwoch, den 25. April um 21:00 Uhr lädt das Bündnis Kein Raum für Sexismus, Homophobie und Religiösen Fundamentalismus zum Mobilisierungsabend und Infovortrag zur Vorbereitung auf die Demonstration in das Havanna Acht (Lahntor 8, 35037 Marburg).

Am Donnerstag, den 26. April lädt der AStA der Philipps-Universität zur Filmvorführung der Panorama-Dokumentation „Die Schwulenheiler“ mit Diskussion mit Christian Deker im Capitol Center und Infovortrag des Bündnisses Kein Raum für Sexismus, Homophobie und Religiösen Fundamentalismus vor Filmbeginn. Am 7. Mai um 20 Uhr lädt das Autonome Schwulenreferat zum kritischen Vortrag „Das Erbe Sodoms. Gleichgeschlechtlicher Sex in christlicher Ethik“ im Hörsaalgebäude Biegenstraße, Raum +1/0030 mit Yannick Barnekow.

www.noplace.blogsport.de

Emma Goldman – Gelebtes Leben. Eine Lesung mit Maria Hartmann

Wir laden euch alle herzlichst ein zu unserer Veranstaltung aus der Reihe der „Feministischen Kampfwochen Marburg“.

Kommt vorbei, erzählt es euren Freund*innen. Es wird mit Sicherheit ein schöner Abend werden!

Mittwoch: 25.04.18 – Uhrzeit: 19:00

Ort: Trauma im G-Werk

Emma Goldman (1869-1940): Anarchistin, Friedensaktivistin, Antimilitaristin, Atheistin und Feministin. Die Bereiche, in denen ihr Engagement, ihre theoritische Auseinandersetzung und ihre aktive Teilnahme am politischen Geschehen prägend waren, sind vielfältig.

Maria Hartmann stellt Ihnen eine außergewöhnlich mutige Frau vor, die sich einmischte, die Partei nahm und somit immer wieder ins Visier der Sicherheitsbehörden geriet.

Für Anarcha-Feminismus! Redebeitrag vom 7.3.2018

Am 7.3.2018 fand die feministische Vorabenddemo anlässlich des am 8.3. stattfindenden internationalen Frauen*kampftag in Marburg statt. Die Demo war laut, entschlossen und wurde von vielen spannenden und kämpferischen Redebeiträgen begleitet. Vielen Dank nochmal an das AutonomeFrauenLesben-Referat fürs Organisieren! Leider hat das Abspielen unseres Redebeitrags nicht so geklappt, wie wir uns das erhofft hatten… Deshalb findet ihr ihn unten nochmal verschriftlicht.

Eine englische Übersetzung folgt/English translation coming soon.

Unser Redebeitrag für die feministische Vorabenddemo am 7.3.2018 in Marburg

„Wir feiern heute den 8. März als einen Tag des feministischen Kampfes. Es ist ein Tag, an dem wir auf die Straßen gehen, uns den öffentlichen Raum aneignen und Sichtbarkeit einfordern. Es ist ein Tag, an dem wir uns selbst feiern, die wir jeden Tag gegen eine heterosexistische, kapitalistische, antisemitische und rassistische Welt ankämpfen, ein Tag, an dem wir auf die Resultate unserer Kämpfe zurückschauen und deren Geschichte kritisch überdenken.

Was können wir aus den Kämpfen der letzten Zeit lernen? Und was bedeutet das für aktuelle und zukünftige Kämpfe?

Wichtige Rechte sind in den letzten Jahren errungen worden, die ohne den andauernden Kampf von Feminist*innen, Inter, Trans und queeren Personen so nicht denkbar gewesen wären. Die Ehe wurde geöffnet, das Sexualstrafrecht wurde überarbeitet und erst vor wenigen Monaten wurde für eine „dritte Option“ als Geschlechtseintrag entschieden, um einige Beispiele zu nennen.

Aber das ist uns nicht genug!

All diese Reformen müssen dem Staat in langwierigen Prozessen abgerungen werden. Betroffene müssen dafür einen harten Kampf auf sich nehmen. Haben wir hierdurch eine Verbesserung erreicht? Vielleicht. Dennoch: Was hat sich eigentlich für wen verändert?

Bei genauerem Blick zeigt sich: Die vermeintliche „Ehe für alle“ ist wohl kaum ein Ausdruck für Aufgeschlossenheit gegenüber queeren Lebensentwürfen. Sie ist ein Versuch, gesellschaftskonforme gleichgeschlechtliche Paare für das reaktionäre Konzept der Ehe zu vereinnahmen. Dieses bleibt ein Machtinstrument, das klassische und konservative Rollenverteilung fördert und damit das Patriarchat fort schreibt. Alternative Formen des Zusammenlebens abseits binärer, monogamer und romantischer Zweierbeziehungen finden weiterhin keine Berücksichtigung. Diese teilweise Öffnung der Ehe führt zu einer weiteren Stärkung dieses antiemanzipatorischen Konzepts. Dies bedient damit auch den momentanen antifeministischen Backlash, anstatt diesem entgegen zu stehen.

Solche Reformen können auch dem erstarkenden Rassismus weiter Aufwind geben, wie es sich im Diskurs um das Sexualstrafrecht beobachten lässt. Statt sexualisierte Gewalt als Problem zu thematisieren und die Betroffenen in den Mittelpunkt zu stellen, wird ganz in weißer Mannier mit zweierlei Maß gemessen und sich auf bestimmte Personengruppen als vermeintliche Täter fokussiert. Dies äußert sich in rassistischer Gesetzgebung (wie den Asylrechtsverschärfungen) und bereitet den Boden für rassistische Angriffe und Hetze gegen Schwarze, Geflüchtete und migrantische Personen. Das macht auch klar: Der rechtliche Schutz gilt nicht (oder nur eingeschränkt) für Women of Color, Schwarze, Geflüchtete und migrantische Frauen, Trans-Personen und Queers.

Das können, wollen und werden wir so nicht hinnehmen!

Auch wenn diese Gesetzesänderungen zunächst wie eine positive Entwicklung wirken, sind und bleiben sie ein staatliches Instrument der Unterdrückung. Die Grenzen zwischen dem „Wir“ und „die Anderen“, zwischen dem „normal“ und „abnormal“ werden nicht angetastet, sondern lediglich verschoben. Neue Ausschlüsse und neue Abgrenzungen werden produziert. Unterschiede zwischen uns werden als maßgeblich, als bestimmend erklärt um Vorherrschaft zu legitimieren. Es ist der Versuch, uns beherrschbar zu machen und unsere Solidarität untereinander zu brechen.

Aber wir lassen uns nicht beherrschen!

Wir bleiben solidarisch miteinander!

Wir scheißen auf diesen Staat und seine faulen Zugeständnisse!

Viele Menschen finden für sich und in Gemeinschaft Möglichkeiten der Lebensgestaltung, die aus diesen starren Kategorien ausbrechen; Gender, Begehren, Beziehung und Zusammenleben jenseits von anerkannten Normen. Im Akt dieses Ausbruchs können wir widerständiges Potenzial gegen den Staat und gegen heterosexistische Unterdrückung finden. Menschen entwickeln solidarische und machtkritische Formen des Zusammenlebens und entziehen sich damit staatlicher Kontrolle.

Lasst uns unsere Utopie aus vielen kleinen solcher Schritte erschaffen.

Lasst uns in unserem alltäglichen Miteinander der äußeren und inneren Herrschaft widerstehen.

Lasst uns ausbrechen, Grenzen überwinden und niederreißen.

Lasst uns öffentliche Räume nehmen und Freiräume schaffen.

Lasst uns unsere Körper und unser Leben aneignen.

Lasst uns Banden bilden und uns nehmen, was uns zusteht!

Kampf der heterosexistischen Unterdrückung!

Gegen den sexistischen und rassistischen Normalzustand!

Für Anarcha-Feminismus!

Feministische Kampfwoche(n) Marburg – Fight for Feminism and Genderwahn

Wir sind Teil des wunderbaren Feministische Kampfwoche(n)-Bündnis Marburg.

Mehr Infos über die anstehenden Veranstaltungen findet ihr auf der Website: www.feministischekamfwochemr.noblogs.org. Schaut dort& bei den Veranstaltungen vorbei. Für mehr Feminismus in Marburg und überhaupt!

Im Folgenden noch der Ankündigungstext:

In Deutschland wird der Rechtsruck in den letzten Jahren immer krasser. Mit diesem rechten Backlash einher geht die weitere Zuspitzung patriarchaler Zustände und der Abwertung von LGBTIQ*1, nicht nur in der Extremen Rechten, auf Verbindungshäusern und bei fundamentalen Christ*innen, sondern auch in der sogenannten bürgerlichen Mitte.

Die Veranstaltungen und Bündnisse rund um den “Marsch für das Leben”, die “Demo für Alle”, das “Frauenbündnis Kandel” und den “Frauenmarsch der AfD” sind hier nur als einige ekelhafte und bekämpfenswerte Strukturen zu nennen. Dabei wirkt die “Alternative für Deutschland” als parlamentarischer Arm des Antifeminismus in Deutschland.

In Marburg wird rechte sexistische Kackscheiße beispielsweise in vielen Verbindungen und in den Burschenschaften gefeiert und verbreitet. In christlich-fundamentalistischen Kreisen, wie dem in Marburg ansässigen “Christus Treff” wird beispielsweise von “Schwulenheilung” gesprochen. Am 27./28.4. wird hier in Marburg die mit dem “Christus Treff” eng verstrickte “Akademie für Psychotherapie und Seelsorge” stattfinden2.

An der Verurteilung der Gießener Ärtzin Kristina Händel auf Grund angeblicher Werbung für Schwangerschaftsabbrüche wird ebenfalls deutlich, dass das deutsche Rechtssystem kein Interesse daran zeigt, das Informationsrecht für alle Menschen und die damit einhergehende Selbstbestimmung über den eigenen Körper (besonders für Menschen, die schwanger werden können) tatsächlich Beachtung. Dies zeigt: auch der Staat ist (unter anderem) von patriachalen und sexistischen Strukturen durchzogen und wir haben fundamentale Kritik an ihm.

Der Angriff der Türkei auf das kurdische Afrin verstehen wir auch als Angriff auf die in Rojava stattfindende kurdische Frauen*revolution3 . Anstatt aber die YPG/YPJ (kurdische Selbstverteidigungseinheiten) bei ihrem erfolgreichen Kampf gegen die menschen- und frauen*verachtenden Islamist*innen des Daesch/IS zu unterstützen, wird die Türkei weiterhin unter Anderem mit Waffenlieferungen unterstützt. Dies kann als aktive Unterstützung bei der Bekämpfung eines emanzipatorischen und hoffnungschenkenden Projekts in der Region bewertet werden: des auf Ökologie, Selbstverwaltung der Befreiung der Frau* beruhenden Demokratischen Konförderalismus.

Das alles können und wollen wir nicht hinnehmen!

Wir haben uns zusammengefunden, um selbst über unsere Körper, unsere Beziehungen und über unser Miteinander leben zu entscheiden. Wir kämpfen für eine Gesellschaft ohne Diskriminierungen, in der jede*r so leben darf, wie er*sie das will. Als Teil unseres Kampfes sehen wir daher, dem kapitalistischen System weltweit an den Kragen zu gehen, Rassismus zu bennenen und zu bekämpfen, die Menschen selbst entscheiden zu lassen, welche*s Geschlecht*er sie haben und jeden Tag als feministischen Kampftag zu leben. Es reicht uns nicht, einmal im Jahr einen “Frauentag” zu haben, an dem als Frauen gelesene Menschen eine Blume geschenkt bekommen. Wir kämpfen für einen explizit queeren, antirassistischen, intersektionalen, revolutionären und herrschaftsfreien Feminismus.

Weg mit den Blumen, her mit dem Genderwahn!

 

1 LGBTIQ* steht für LesbianGayBiTransInterQueer (LesbenSchwuleBisexuelleTransInterQueer), der * für alle Menschen, die durch Heteronormativen diskriminiert werden und sich in der vorhergehenden Aufzählung nicht wiederfinden.

2 Die Website des feministischen Gegenbündnis findet ihr hier: http://noplace.blogsport.de/.

3 Mit Frauen* meinen wir explizit alle Menschen, die sich als Frau oder auch als Frau verstehen.

Wir sehen uns bei den Veranstaltungen!

Vortrag in Kassel: Keine Macht für Niemand?!

Linke Macht-Theorie und antiauthoritäre Umgangsmöglichkeiten.
Eine anarchistische Lesart der Hegemonietheorie.

 

Die tollen Menschen von der Kassler A& O Anarchistischen Aktion& Organisierung laden ein:

Sonntag den 21. Januar um 18:30 Uhr im Kollektivcafé Kurbad, Kassel

Linke haben oftmals ihre Schwierigkeiten mit Herrschaft und der Übernahme von Macht. Die historischen Erfahrungen zeigen, dass diese auch sehr zurecht bestehen und Skepsis angebracht ist, ob die Übernahme von Staatsmacht überhaupt Spielräume für linke Politikansätze eröffnet.
Umso komplizierter sieht es für Anarchist*innen aus, welche bekanntlich alle Herrschaftsverhältnisse abschaffen wollen – ohne die Macht zu übernehmen. Selbstverständlich bedeutet dies in der Praxis keineswegs, dass sie keine Politik machen würden. Stattdessen versuchen sie auf Basisebene für ihre Projekte Zustimmung zu erhalten und bestimmte Vorhaben um- oder auch durchzusetzen. Dabei kommen auch immer wieder Fragen danach auf, wie mit Autoritäten, Gegner*innen oder Bündnispartner*innen umgegangen werden sollte. Das selbe kann aber auch auf höherer Ebene – für eine ganze Gesellschaft – diskutiert werden.

Im Theorie-Vortrag wird zunächst in die marxistische Hegemonietheorie eingeführt, da sie sich für die Entwicklung des politischen Denkens sehr gut eignet und weit verbreitet ist. Wie kann daraus aber eine Herangehensweise entwickelt werden, die einerseits eine kritischen Blick auf Machtverhältnisse hat und andererseits in der Lage ist damit umzugehen – eben weil das bedeutet politische Herausforderungen anzugehen?

 

Schaut auch sonst mal bei denen auf der schicken Website rum: https://a-o-ks.org.

Oury Jalloh- das war Mord!

Aufruf zur Demo am 07.01.2018 in Dessau

 

Wir rufen dazu auf, sich an den Protesten bezüglich des 13. Todestag von Oury Jalloh, der unter immer noch nicht aufgeklärten Umständen am 7.1.2005 in einer Polizeizelle in Dessau verbrannte, zu beteiligen.

Ein Bus aus Marburg fährt am Sonntag, den 7.1.18 um 9.30 Uhr am Hauptbahnhof Marburg nach Dessau zur Demo. Falls ihr noch Bustickets braucht und nicht mehr zu den Vorverkaufsstellen in Frankfurt kommt, meldet euch unter folgender Mailadresse: info@copwatchffm.org.

Also kommt mit nach Dessau und BREAK THE SILENCE!

Dazu im Folgenden der Aufruf der „Initiative in Gedenken an Oury Jalloh“ (Website und weitere Infos: https://initiativeouryjalloh.wordpress.com/):

Liebe Communities, Aktivist*innen, Freund*innen und Unterstützer*innen

unserer Gedenk- und Protest-Demonstration an Oury Jalloh am heutigen 7. Januar 2018 in Dessau:

Lasst uns ein klares Zeichen gegen die kontinuierlich tödliche und rassistische Gewalt des Staates und der systematischen Straflosigkeit für die Täter*innen setzen!

Wir freuen uns, dass Oury’s Bruder Saliou Diallo aus Guinea nach Dessau gekommen ist, um mit uns gemeinsam zu gedenken und zu demonstrieren.

SONNTAG | 07. Januar 2018 | 14 Uhr | Dessau Hauptbahnhof

Vor 13 Jahren verbrannte Oury Jalloh in Dessau in einer Polizeizelle nachdem er durch Polizeibeamte gewaltsam in Gewahrsam genommen und auf einer schwer entflammbaren Matratze an Händen und Füßen fixiert wurde. Bis heute sind die Brand- und Todesursache nicht aufgeklärt, die offiziellen Ermittlungen gingen bislang immer davon aus, Oury Jalloh habe sich trotz intensiver zweimaliger Leibesvisitationen mit einem dabei übersehenen Feuerzeug selbst angezündet.

Der „rechtsstaatliche“ Umgang mit dem polizeigemachten Verbrennungstod Oury Jallohs war zuletzt durch eine breite mediale und landespolitische Aufmerksamkeit und Aktivität geprägt:

Im April 2017 verwirft der leitende Oberstaatsanwalt in Dessau die 12 Jahre lang von den Behörden aufrechterhaltene Selbstmordthese und leitet Mordermittlungen gegen konkret benannte Polizeibeamte ein. Er regt bei der Bundesanwaltschaft an, diese möge die Mordermittlung leiten. Die Behörde lehnt die Zuständigkeit ab: Die den Beschuldigten zur Last gelegten Taten würden nicht „ausreichen“ um eine Zuständigkeit der Bundesjustiz zu rechtfertigen und ein fremdenfeindliches Motiv wäre nicht erkennbar.

Zur Erinnerung: Wir hatten bereits am 11.11.2013 Anzeige wegen Mordes gegen unbekannte Polizisten beim damaligen Generalbundesanwalt gestellt, da es nicht zu widerlegende Hinweise auf Mord gibt. Auch hier lehnte der Generalbundesanwalt seine Zuständigkeit ab, das Verfahren wurde an Dessau zurückgegeben.

Diesmal jedoch landet die Morduntersuchung bei der Staatsanwaltschaft Halle, die das Verfahren im Sommer 2017 einstellt, weil angeblich die Faktenlage „uneindeutig“ ist und auch keine neuen Erkenntnisse zu „erwarten“ seien.

?ZUFALL? ?IRRTUM? !METHODE!

Wie sich zeigt: Eine kolossale Fehleinschätzung! Denn im Juli 2016 hatte die Dessauer Staatsanwaltschaft eine Transparenzoffensive ausgerufen und Medien, Anwältinnen der Familie und die Initiative in Gedenken an Oury Jalloh zu einem Brandversuch eingeladen, der schon einen Monat später stattfand – nicht zuletzt, weil der Ermittlungsdruck durch unabhängige und durch Spenden finanzierte Gutachten immer weiter gesteigert werden konnte. Verschiedene Gutachter werteten nun die Ergebnisse des Brandversuches vom 18. August 2016 aus und kamen zu dem Schluss: Das Feuer muss von „dritter Hand“ gelegt worden sein, da verschiedene, durch diesen Brandversuch ermittelte Parameter der Selbstmordthese widersprachen. Diese gutachterlichen Auswertungen waren letztlich der Anlass für die Staatsanwaltschaft Dessau, gegen konkrete Polizeibeamte ermitteln zu wollen.

Aufgrund dieser eindeutigen Beweislage, sowie mit Blick auf zahlreiche weitere Indizien und konkrete Hinweise auf den bzw. die Täter, hat die Initiative beim Generalbundesanwalt Anzeige wegen Mordes im Fall Oury Jalloh eingelegt. https://initiativeouryjalloh.files.wordpress.com/2017/12/pm-7-12-2017-anzeige-gba5.pdf

Diese Aufgabe der Selbstmordthese durch die Staatsanwaltschaft Dessau ist nun jedoch nicht wirklich eine „dramatische Wende“. Ganz im Gegenteil: Die zugrunde liegenden Befunde und Beweise sind lange öffentlich bekannt, wurden während der Ermittlungen und Gerichtsverfahren aber ignoriert oder zurechtgebogen. Die Anwältinnen der Familie Jalloh haben immer wieder entsprechende Nachfragen unternommen, auf die sie keine Antworten erhielten – eine Anzeige wegen Untätigkeit wäre die zwangsläufige Folge gewesen.

Der Mord an Oury Jalloh ist ebenso wenig ein #Einzelfall, wie die Vertuschungsstrategie „Panne“ oder „Versagen“ ist. Da wurden unverhohlen Beweismittel manipuliert und entsorgt, Fakten und Tatsachen zurechtgebogen, Gutachten gefälscht, bewusst fehlinterpretiert oder unterdrückt und der staatsgläubigen Öffentlichkeit eine haarsträubende Story erzählt. Da liegt das offiziell rechtsstaatliche Märchen so offensichtlich fernab objektiver Realität, dass nunmehr minutiös nachvollzogen werden kann, wie dieses Lügenkonstrukt in sich zusammenfällt. Besonders bemerkenswert: Wenn sich ein Staatsanwalt nach über 12 Jahren offiziell von der verordneten Staatsraison trennt, dann wird ihm prompt der Fall entzogen und woanders eingestellt …

Jetzt gilt erst recht: Wir werden nicht locker lassen!

Wir werden nicht locker lassen, dieses rassistische System zu entlarven!

Wir werden nicht locker lassen, die Verantwortlichen zu benennen!

Wir werden nicht locker lassen, diesen Rassismus zu beenden!

Wir haben gesehen, wie unter staatlichem Schutz und Förderung Nazistrukturen entwickelt wurden, wie daraus die Terrororganisation NSU aufgebaut wurde und wie auch hier wieder die Opfer zu Tätern gemacht wurden.

Wir sehen eine immer menschenverachtendere Abschottung der privilegierten Tätergesellschaft gegenüber den systematisch Ausgeplünderten, Ausgegrenzten und Entmenschlichten, die auch vor einer Zusammenarbeit mit Terrorregimen nicht zurückschreckt, sondern regelmäßig sucht.

Wir wissen um ihre Strategien, sich „neue Märkte“ einzuverleiben, indem gezielt Regionen destabilisiert und militarisiert werden. Die Waffenindustrie ist hier nur der erste Profiteur unter vielen. Staatlich genehmigte Waffenexporte in Krisengebiete versinnbildlichen den Zynismus geheuchelter Betroffenheit nach dem nächsten Attentat, Massaker oder Genozid …

Zusätzlich zur Demo rufen wir Euch zu einem dezentralen Aktionstag Oury Jalloh für den 5. Januar 2018 auf, da an diesem Freitag die Behörden des deutschen Rechtsstaates tatsächlich mit Kundgebungen und Aktionen erreicht werden können.An diesem Tag werden mit Unterstützung von CISPM (Coalition International des Sans-Papiers et Migrants) und weiteren solidarischen Organisationen des selbstorganisierten Widerstandes international Aktionen vor den deutschen Botschaften in Dakar (Senegal), Yaounde (Cameroun), Paris (Frankreich), Rom (Italien), London (Großbritannien) und hoffentlich noch weiteren Staaten stattfinden, die auch hier in Deutschland Unterstützung finden sollen. Bitte informiert uns über Eure Aktionen vorab unter initiative-ouryjalloh@so36.net und schickt uns Eure Bilder und Videos der Aktionen auf Facebook (https://www.facebook.com/oury.jalloh.77) und/oder Twitter (https://twitter.com/OuryJalloh) oder per Mail bzw. https://wetransfer.com/.

OURY JALLOH – DAS WAR MORD!

TOUCH ONE – TOUCH ALL!

Anarchie? Läuft das in Marburg?

Ende November starteten wir unsere kleine Veranstaltungsreihe mit dem Titel „Lets talk about Anarchy“ mit den beiden Veranstaltungen „Was ist Anarcha-Feminismus“ (21.11.17) und „Antisemit – Das geht nicht unter Menschen“ (28.11.17).
Wir als Gruppe konnten nicht einschätzen, wieviele Menschen in Marburg überhaupt an anarchistischen Vorträgen und anarchistischer Theorie interessiert sind und wurden von der unglaublichen Anzahl von Besucher*innen überrascht.
Beim ersten Vortrag war der gesamte Raum so überfüllt, dass sich mehrere Menschen auf dem Boden setzen mussten. Wir schätzen im Nachhinein, dass circa 60-70 Personen anwesend waren. Auch der zweite Vortrag startete mit 30-40 Personen und erneut gab es keine Sitzplätze mehr. Neben den vielen Leuten, die an den Vorträgen teilgenommen haben, gab es auch bei beiden Abenden interessante Diskussionsrunden, welche auch länger gingen als die üblichen 15 Minuten.

Uns sind während der Vorträge mehrere Dinge aufgefallen:
1. Dass wir mit unseren Vorträgen auch Leute ansprechen konnten, die nicht in der linken Szene Blubberblase anzutreffen sind, sondern auch viele neue unbekannte Gesichter dazugestoßen sind.
2. Dass die Menschen ein Interesse an anarchistischer Bildung haben.
3. Dass es auch uns Spaß gemacht hat und uns unglaublich freut, dass die kleine Reihe so erfolgreich war.

Kurz: Wir hätten uns keinen besseren Start für unsere Veranstaltungen träumen können (außer natürlich, dass wir in einer befreiten Gesellschaft leben würden). Wir bedanken uns bei der Gruppe about:fem und Jürgen Mümken dafür, dass sie nach Marburg gekommen sind um ihre Vorträge zu halten, dem AutonomenFrauenLesbenReferat Marburg für die Finanzierung, dem Havanna8 Kollektiv dafür, dass sie uns die Räumlichkeiten gegeben und die Moderation übernommen haben und natürlich auch bei den Besucher*innen unserer Veranstaltungen.

Also, auf ein weiteres Jahr: Für eine befreite Welt, frei von Patriarchat und Antisemitsmus!

ana*m 2017

25. November 2017 – Ein Hashtag reicht nicht aus!

Wir unterstützen den Aufruf des AFLR Marburg zur Demo am Tag gegen Gewalt gegen Frauen:

Wir wollen auch dieses Jahr wieder am 25.11. auf die Straßen gehen, um gegen Gewalt gegen Frauen* zu demonstrieren. Es braucht mehr als einen Hashtag im Internet um die Gewalt, welche Frauen* in unserem Umfeld und auf der ganzen Welt tagtäglich widerfährt, anzuprangern!

Die kürzlich gestartete #metoo Kampagne rüttelte einige wach. Aber es ist im Endeffekt keine Überraschung, dass auch eine weltberühmte Filmindustrie Frauen* in ihren Reihen hat, die Opfer von sexualisierter Gewalt werden. Und ja, die Täter sind Regisseure und Schauspieler. Einen Blick nach Hollywood braucht es aber gar nicht erst um das zu realisieren. Denn auch in unserem eigenen Umfeld erleben Frauen* diese Form der Gewalt. Der feministische Kumpel, der Ehemann, der beste Freund vom Freund. Wir wiederholen uns. Jahr um Jahr. Weil die Gewalt Jahr um Jahr immer noch nicht aufhört. Schon in der Schule fängt es an: Über die Hälfte der jugendlichen Mädchen hat schon mindestens einmal nicht-körperliche oder körperliche sexualisierte Gewalt erlebt. Ab 13 steigt das Risiko sexualisierte Gewalt zu erleben exponentiell an (SPEAK-Studie, 2017).

Diese Gewalt wird normalisiert und hingenommen, stattdessen wird die Angst vor dem rassifizierten Fremden geschürt. Mit der AfD im Bundestag werden Projekte gegen Gewalt mehr und mehr gefährdet. Denn hinter der Gewaltanalyse der AfD steckt nicht das Erkennen von patriarchalen Strukturen, welche sich auf alle Geschlechter auswirken, sondern Rassismus. Damit bleibt die Gewalt gegen Frauen* im Außen und statt des Feminismus wird alltäglicher Rassismus gestärkt.

Die ersten Urteile nach der „Nein heißt Nein“ Gesetzesänderung versprechen nicht viel Hoffnung. Es wird immer noch diskutiert, was denn nun ein Nein wäre und wie Täter es erkennen könnten, so, als würde es zu viel abverlangen, Sexualität und miteinander Leben einvernehmlich zu gestalten.

Vom Staat können wir also nichts erwarten. Das verwundert uns nicht. Alles muss man selber machen. Darum heißt es, Frauen*räume zu stärken, feministische Selbstbehauptung und Selbstverteidigung zu fördern und solidarisch miteinander sein. Die einzige Chance, das patriarchale System zu zerschlagen, haben wir, wenn es für Täter(*innen) so ungemütlich wird, dass sie keinen Raum mehr kriegen für ihre Gewalt. Und das fängt an bei jedem sexistischen Spruch, jedem abwertenden Blick und jeder wie zufällig wandernden Hand. Wir haben uns das lange genug gefallen lassen. Jede Kleinigkeit werden wir angreifen, uns zusammen zur Wehr setzen und keine* dabei alleine lassen.

Geht mit uns am 25. November auf die Straße! Treffpunkt 17 Uhr am Hauptbahnhof in Marburg!

Info: Die Route geht nicht durch die Oberstadt und ist damit berollbar.

*Das Sternchen steht dafür, dass Frauen als Begriff ist erklärungswürdig ist. Wir meinen damit alle Frauen, ob groß klein, lesbisch, bi oder hetero, trans oder cis oder weder noch, behindert und nicht behindert, leise oder laut.