„Wir müssen über Trans-Feminizide sprechen!“ – Redebeitrag zum feministischen Kampftag 08. März 2022

CN: Transfeindlichkeit, Gewalt, Mord, Suizid.

Ende letzten Jahres haben wir die „Fight Femicide“ Veranstaltungsreihe unterstützt, die von einem Bündnis aus feministischen Gruppen und Einzelpersonen organisiert wurde. Die Reihe hat über Feminizide und die weltweiten Kämpfe gegen sie informiert und aufgeklärt. Ziel war es, auch in Marburg erste Schritte im Kampf gegen Feminizide zu gehen. Dabei wurden viele Themen beleuchtet. Leider fehlen bei solchen Reihen aber immer auch Perspektiven und Themen, die eigentlich wichtig sind. Bei uns waren es (unter anderem) Trans-Feminizide.

Das Thema wird nur selten besprochen. Das macht es nicht nur schwerer, sondern auch umso wichtiger, darüber zu sprechen. Schwer fällt es uns, weil wir selbst keine Expert*innen dafür sind. Für die Veranstaltungsreihe wurden auch keine Expert*innen gefunden, die darüber einen Vortrag halten wollten oder konnten. Darum möchten wir nun den feministischen Kampftag dazu nutzen, um auf das Thema aufmerksam zu machen und darüber zu sprechen.

Auf offizielle Statistiken können wir uns auch hier wie so oft nicht verlassen. Das liegt zum einen daran, dass es ganz einfach keine staatlichen Statistiken zur Ermordung von Trans Personen in Deutschland gibt. Zum anderen aber auch an der staatlichen Transfeindlichkeit: Wer den staatlichen Spießrutenlauf zur Personenstandsänderung nicht hinter sich bringt, der*die wird polizeilich misgendered und ganz selbstverständlich in die falsche Statistik aufgenommen. Keine Zahlen, kein Problem? Staatliche Cis-Normativität regelt.

Der weit überwiegende Großteil der transfeindlichen Morde wird an trans Frauen und Femmes begangen. Und viele von ihnen waren, bevor sie ermordet wurden, in der Sexarbeit tätig. Auch Schwarze Menschen, people of colour und Migrant*innen werden besonders häufig aus transfeindlichen Motiven ermordet.

Die schmerzhafte Arbeit, diese Gewalt zu beobachten, darauf aufmerksam zu machen und die Gewaltverbrechen zu zählen muss also mal wieder von der Community selbst gemacht werden. Trans Rights Organisationen wie „Trans Murder Monitoring“ oder „ProTrans“ tun das. Der Trans Day of Remembrance, der jedes Jahr am 20. November von der Community begangen wird, erinnert an unsere Geschwister, die transfeindliche Gewalt erleben oder durch sie ermordet wurden.

Und das vielleicht schlimmste daran ist, dass wir bis hierhin noch gar nicht von Suiziden gesprochen haben: Müssen wir nicht eigentlich auch jede Selbsttötung und jeden Versuch dazu, zu den Gewaltverbrechen zählen? Nicht etwa, weil die Selbsttötung ein Verbrechen sei, sondern weil die gesellschaftliche und oft familiäre Gewalt trans Personen dazu bringt, den Suizid als letzten Ausweg aus ihrer Lage zu sehen.

Was sind nun die Erkenntnisse, die wir daraus ziehen? Das Problem ist international, intersektional und natürlich, wie so oft in dieser beschissenen Welt, trifft es die ohnehin Marginalisierten mal wieder am heftigsten. Wir können uns dabei nicht auf den Staat und seine Behörden, seine Statistiken verlassen. Wir müssen uns selbst organisieren, in Communitys, in antirassistischen und migrantischen, in feministischen und queeren Bewegungen – um gegen die Ermordungen unserer Geschwister und gegen alle Feminizide zu kämpfen.

Wir möchten nicht weiter über das Thema sprechen. Aber wir müssen. Mit einer Veranstaltungsreihe ist es nicht getan; ein Redebeitrag ist kein Schlussstrich.

Unser Kampf geht weiter, bis keine unserer Geschwister mehr ermordet werden!

Mourn the Dead, fight like hell for the living!

8. März heißt Kampfansage!

Redebeitrag zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, 25.11.21

Im Folgenden unser Redebeitrag, den wir auf der Demo zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen gehalten haben. Die Demo wurde wie jedes Jahr auch dieses mal vom AFLR organisiert.

Redebeitrag 25.11.2021: Queere Kämpfe

Wir sind ana*m, eine anarchafeministische Gruppe aus Marburg.

Wie ihr wisst, ist heute, am 25. November, der internationale Tag gegen Gewalt an Frauen. Also Gewalt an Frauen aus dem einfachen Grund, dass sie Frauen sind. Diese Gewalt ist im Patriarchat alltäglich und allgegenwärtig und dennoch statistisch untererfasst und medial wenig präsent. Diese Form von Gewalt betrifft ALLE Frauen, und die Frauen, die von Mehrfachdiskriminierung betroffen sind besonders.

Die vorherrschenden Bilder, zum Beispiel von Gewalt in intimen Beziehungen und Partner*innenschaften, sind allerdings stark normativ verzerrt: Wenn überhaupt, wird über die weiße able-bodied cis-Frau berichtet, die in ihrer heterosexuellen Beziehung Gewalt erlebt. Die andere Variante der vorherrschenden Berichterstattung ist von einem stark rassistischen Narrativ geprägt. Beide Erzählungen verfestigen den Status Quo der Machtstrukturen anstatt ihn anzugreifen. Beide Erzählungen werden der Vielfalt der Erfahrungen von Frauen, die tatsächlich von Gewalt betroffen sind, nicht ansatzweise gerecht.

Die Vielschichtigkeit von Gewalt aufgrund von mehrfach diskriminierenden Zuschreibungen und Strukturen wird kaum statistisch erfasst und medial verarbeitet. Ein Beispiel hierfür sind lesbische, bisexuelle und pansexuelle Frauen. Auch diese sind von Gewalt gegen Frauen betroffen. Diese äußert sich allerdings in einer spezifischen Form und ist zudem noch von Gewalt begleitet, die das nicht normative Begehren dieser Frauen sanktioniert. Mainstream Medien suggerieren, dass lesbisch oder bisexuell zu sein bei Frauen heutzutage ein akzeptierter Lifestyle sei. Das legt den falschen Schluss nahe, dass nicht normatives Begehren bei Frauen auch im Alltag weithin akzeptiert sei. Die Realitäten von alltäglicher, vielschichtiger Diskriminierung werden hierbei ignoriert. Für betroffene Frauen wächst die Hürde von erfahrener Gewalt zu berichten. Nur 3% der lesbenfeindlichen Gewalt wird angezeigt. Die Dunkelziffer ist somit um einiges höher als die bei Gewalt gegenüber schwulen Männern. Spezifisch gegen lesbische, bisexuelle und pansexuelle Frauen gerichtete Gewalt passiert meist im öffentlichen Raum und sanktioniert direkt die Sichtbarkeit von nicht normativem Begehren. Dies verdrängt lesbische, bisexuelle und pansexuelle Lebens- und Liebensweisen aus der Öffentlichkeit.

Auch Gewalt gegenüber Menschen, die außerhalb cis geschlechtlicher Binarität leben, ist weithin nicht als gesellschaftlich relevant anerkannt. Hasskriminalität gegenüber trans Personen wird erst seit Anfang 2020 überhaupt gesondert von der Polizeistatistik gelistet.
Dabei können wir von einen körperlichen Angriff auf eine trans* Person an jedem Tag des Jahres in Deutschland ausgehen – Verbale Angriffe, wie etwa Morddrohungen, nicht eingerechnet. Diese Gewalt macht uns fassungslos. Aber wir werden nicht aufhören uns und andere daran zu erinnern.

Für Personen die sich als trans, inter oder nichtbinär identifizieren kommt mit dem medizinischen Bereich ein weiterer Sektor an institutionalisierten Gewalterfahrungen hinzu. Das erzwungene Unterziehen von Begutachtungen, Pathologisierung, unkonsensuale medizinische Eingriffe oder die Verweigerung der Behandlung sind nur einige Beispiele der Sanktionen im medizinischen Bereich, die spezifisch gegen Menschen angewendet werden, die sich der cis- und dya-geschlechtlichen Normativität entziehen.
Insgesamt steigt die Hasskriminalität gegen LGBTIQ in Deutschland seit einigen Jahren stark an. Viele der Angriffe auf Queeres Leben werden hierbei von Tätern mit rechter Gesinnung begangen und gesellschaftlich begünstigt durch eine weit verbreitete Abwertung von allem was als ‚Anders‘ konstruiert wird. In all jenen Bereichen, in denen Menschen von der konstruierten Norm abweichen, kommt normative Gewalt und Sanktionierung zum Einsatz. Um den Status Quo der Macht zu erhalten werden Menschen, die sich einer normativen Lebensweise widersetzen, systematisch unsichtbar gemacht, zum Schweigen gebracht und ermordet.

Lasst uns heute auf die Straßen gehen gegen Gewalt an Frauen. Und lasst uns die Vielfalt der Lebensrealitäten von Frauen und die Vielschichtigkeit der Gewalt gegen sie nicht vergessen. Zahlen können hilfreich sein um die Wichtigkeit von Kämpfen auch in bürgerliche Kontexte hinein zu tragen. Gewaltstatistiken können die Verflechtung von Mehrfachdiskriminierung aber im Kern nicht erfassen und leiden immer unter dem grundlegenden Problem der Kategorisierung. Sie rütteln nicht an den lebensfeindlichen Strukturen und ändern nichts an den Herrschaftsverhältnissen.

Die Kraft für unsere solidarischen Kämpfe und unseren Widerstand ziehen wir aus unseren Schmerzen, unserer Trauer, unserer Wut. Wir wollen uns in Queeren Kämpfen verbinden und die allgemeine Ordnung stören!

‚Queer‘ ist für uns in diesem Kontext ein Kampfbegriff. Queer zu sein ist ein politisches Bekenntnis der anti-Normativität.
Es bedeutet, sich in allen Bereichen des Lebens aufzulehnen gegen eine mörderische Norm.
Es bedeutet, dass wir uns nicht vorschreiben lassen wer wir sind und wer wir sein können.
Wir lassen uns nicht vorschreiben wie, wo und mit wem wir leben.
Wir lassen uns nicht vorschreiben wen und wie wir lieben, wen und wie wir ficken und mit wem wir uns verbünden.
Wir sind unfassbar wütend.

Wir wollen in wütender Trauer und queerer Solidarität das verdammte System aus den Angeln heben.

Redebeitrag zum 06.11.21 – Normania-Leipzig Veranstaltung

NO BORDERS

Dies ist ein Redebeitrag von ana*m, einer anarcha-feministischen Gruppe aus Marburg.

Menschen migrieren schon immer. Und schon immer aus verschiedenen Motiven. Sie hängen direkt mit unserer Art zu leben zusammen und wie unsere Gesellschaft strukturiert ist.

Der Kolonialismus des Westens hat tiefe Spuren in den Gesellschaften des globalen Südens hinterlassen. Der Wert eines Menschen wird weiterhin entlang rassifizierender Merkmale bestimmt. Die Folgen der Ökologie- und Klimakrise macht das Leben in einigen Regionen der Erde unzumutbar. Menschen des globalen Südens werden in langen Produktions- und Lieferketten ausgebeutet, die Gewinne anderswo auf der Welt abgeschöpft. Der materielle Reichtum und die imperiale Lebensweise der oberen Schichten im globalen Norden beruht auf der Ausbeutung der kapitalistischen Peripherie des globalen Südens.

Migrant*innen haben also gute Gründe, sich auf den Weg zu machen und ein besseres Leben für sich zu suchen. Sie stecken in unserer Gesellschaftsstruktur, in unserer Lebensweise: In einem Wirtschaftssystem, das unsere Lebensgrundlagen zerstört; in der Kapitalverwertungslogik, die Menschen ausbeutet; im postkolonialen Rassismus, der Menschen gewaltvoll unterdrückt, in nationalstaatlicher Logik, die Menschen in bürgerliche Rechtssubjekte und rechtlose Subalterne unterteilt. Menschen haben gute Gründe, selbstbestimmt nach einem besseren Leben zu streben.

Sie aufzuhalten, ist verachtenswert.

Doch genau das macht sich die Europäische Union zur Aufgabe. Schon in den Herkunftsländern versucht sie, die Menschen zum Bleiben zu bewegen, ohne ihnen dort ein gutes Leben ermöglichen zu wollen. Die globale Arbeitsteilung, die Ausbeutung der kapitalistischen Peripherie und ihrer Ökosysteme, die Rassifizierung von Körpern bleiben bestehen. Es ist nicht hinnehmbar, dass Menschen im Streben nach einem besseren Leben die tödliche Sahara und das tödliche Mittelmeer überwinden müssen. Zusätzlich stellt die EU ihnen auch noch Mauern, Zäune, Grenzschutztechnologien, bewaffnete Grenzschützer*innen und Schlägertrupps in den Weg. An den Außengrenzen Europas – vorgelagert in Nordafrika, an Fluchtwegen wie der Balkanroute, im Mittelmeer – sorgt die EU mit Hilfe von Frontex, finanzieller Unterstützung von Autokratien und der sogenannten „libyschen Küstenwache“ für die Abschottung Europas und das Sterben vor und an den Außengrenzen Europas. Auch wenn Vertreter*innen der EU immer wieder von Menschenrechten faseln. Rein ins europäische ‚Paradies‘ kommt legal nur, wer für die europäische Wirtschaft nutzbar gemacht werden kann. Alle anderen müssen ihr Leben aufs Spiel setzen, um in Europa nach Schutz und Menschenwürde zu fragen.

Seit 2017 sind über 13.000 Menschen im Mittelmeer gestorben.

Aber die eigensinnigen Bewegungen der Migration, das Streben nach einem besseren Leben, lassen sich nicht durch Stacheldraht und Frontex, noch durch PR-Aktionen wie „Defend Europe“ von den Faschist*innen der Identitären aufhalten. Die Aktion der Identitären ist eine radikalisierte, aber konsequente Fortsetzung des eben beschriebenen europäischen Grenzregimes – allerdings ohne den Versuch, den bürgerlichen-legalistischen Anstrich zu bewahren. Anstatt – wie die EU – hinterrücks die sogenannte libysche Küstenwache zu unterstützen und so Menschen zurück nach Libyen in Sklav*innenlager zu schicken, prahlten die Identitären mit diesem Vorhaben offen. Anstatt durch juristische Verfahren und verbale Hetze Seenotrettung zu kriminalisieren, war es ausgesprochenes Ziel der Identitären, die NGOs dabei zu behindern, Menschen aus lebensbedrohlichen Situationen zu retten.

Die Gleichzeitigkeit dieses tödlichen Grenzregimes und PR-Aktionen von Faschist*innen, die es in weiterer Konsequenz durchsetzen, ist widerwärtig.

Dass Alexander Schleyer, der 1. Offizier dieser sogenannten Mission, heute bei der Burschenschaft Normannia-Leipzig zu Marburg spricht, ist kein Zufall. Schleyer ist nicht nur selbst Bruschi bei den Raczeks zu Bonn und Corpsstudent bei dem Corps Hansea Wien, sondern auch Identitärer, schreibt für diverse rechte Zeitschriften und hat ein Buch über „Defend Europe“ im neurechten Antaios-Verlag veröffentlicht. Bis 2017 hat er für die FPÖ als parlamentarischer Mitarbeiter gearbeitet. Die Normannia ist in der „Deutsche Burschenschaft“ organisiert, dem Dachverband von Nazi-Burschenschaften. Dieser fiel in der Öffentlichkeit vor allem wegen seiner Diskussionen um Ariernachweise als Voraussetzung zur Mitgliedschaft auf. Diese Diskussionen basierten damals auf einem Antrag der Raczeks. Der Vortrag ist ein klassisches Beispiel für die Funktion, die den völkischen Burschenschaften im Mosaik der faschistischen neuen Rechten zukommt: Sie sind der Ort, an dem Vernetzung stattfindet. Hier treffen die verschiedenen Teile der extremen Rechten aufeinander. Die Burschenschaften, die sich als akademische Elite verstehen, rekrutieren und bilden Nachwuchs, der durch das beschriebene Networking und die in der Struktur von Studentenverbindungen ohnehin vorgesehenen Seilschaften, an den verschiedenen Stellen der extremen Rechten Karriere machen kann: als Autoren bei Antaios, Blaue Narzisse, Junge Freiheit, Compact, als Aktivisten der Identitärer Bewegung und 1%, als Politiker bei AfD und FPÖ. Sie alle arbeiten an der autoritären Formierung der Gesellschaft und daran, die ohnehin schon restriktiven und rassistischen EU-Grenzregime noch zu verschärfen. Den Mitgliedern der Deutschen Burschenschaft kommt dabei, trotz ihrer geringen Auffälligkeit im Stadtbild, eine wichtige Rolle zu.

Für ein gutes Leben für alle einzustehen, bedeutet für uns die konsequente Kritik an Nationalstaaten. Der Idee der Nation ist das Prinzip der Grenze und die Trennung in ein Außen und Innen inhärent. Konsequent umgesetzte Bewegungsfreiheit erfordert also einerseits die Abschaffung von Nationalstaaten, die Menschen gewaltsam in ihrer Bewegungsfreiheit einschränken. Es bedeutet für uns auch die Bekämpfung rassistischer globaler Ausbeutungsverhältnisse und die Forderung nach Klimagerechtigkeit. Ein gutes Leben für alle bedeutet, selbst entscheiden zu können, zu gehen oder zu bleiben, sich frei bewegen zu können. Das heißt auch, dass alle Menschen über die materiellen Grundlagen verfügen müssen, ihren Wohnort frei zu wählen und die dafür notwendigen Schritte einleiten zu können. Im Kapitalismus kann es eine solche Freiheit nicht geben, weil er nicht den materiellen Bedürfnissen aller, sondern lediglich der Kapitalakkumulation dient. Das Eintreten für Bewegungsfreiheit erfordert also nicht nur das Bekämpfen des Faschismus, mit seinen Burschenschaftlern und selbsternannten Grenzpatrouillen, sondern auch den Angriff auf die rassistische Verwertungslogik und die Politik des Sterbenlassens der EU. Es bedeutet für uns, gegen diese beiden menschenverachtenden Ideologien einzustehen, die Überwindung von Staat, Nation und Kapital. Wir verbünden uns mit den Menschen, die beharrlich für ihr Recht auf ein gutes, selbstbestimmtes Leben kämpfen. Die Forderung nach globaler Bewegungsfreiheit eines jeden Menschen muss ein wirkliches „Kein Mensch ist illegal.“ werden!

#KEINEMEHR – Femizide in linken Strukturen

In diesem Aufruf möchten wir die von FLINT in linken Kreisen erfahrene Gewalt nicht länger tabuisieren und aufarbeiten.

Im konkreten Fall geht es um einen gewalttätigen Übergriff eines DIDFs Vorstandes aus dem Jahr 2013, welcher tödlich hätte enden können, dessen Täter bis heute rechtlich und politisch ungeahndet blieb. Ein Angriff, der in einem politischen Umfeld geschehen ist, welches bis heute aktiv ist, und weitere Übergriffe an FLINT ermöglicht. Diese Tat ereignete sich in linken Kreisen und wird dadurch in feministischen safer-spaces fortgetragen, weswegen wir überzeugt sind, umso stärker gegen solche Strukturen vorgehen zu müssen.

Gewalt gegen FLINT-Personen ist auch in „progressiven“, aktivistischen, linken Räumen strukturell bedingt. Diese Gewalt wird auch von Männern reproduziert, welche in der Mehrheitsgesellschaft mehrfache Marginalisierungen aufweisen. Es ist ein Balanceakt, marginalisierte Männer in heteronormativen, weißen, patriarchalen Gesellschaften nicht zu dämonisieren und zeitgleich in Verantwortung gegenüber denjenigen ziehen, welche strukturell vulnerabler sind: BIPOC FLINT-Menschen.

Wir mussten feststellen, dass solche patriarchalen Dominanz-Strukturen, die bundesweit präsent sind, auch in unserer Stadt, in unseren politischen Kämpfen und unter unseren Freund_innen zu Gewalt gegen FLINT führen.

Es geht um Femizide – den Akt der Tötung einer Frau aufgrund ihres Geschlechts. Um gegen Femizide vorzugehen scheitert man bereits schon an der Begriffswahl, denn Femizide werden systematisch unsichtbar gemacht und die Bundesregierung sträubt sich bislang an eine angemessene Definition von Femiziden und damit das Problem in Deutschland überhaupt anzuerkennen.

So bezog sich die Bundesregierung auf eine Femizid-Formulierung der Vereinten Nationen, die davon ausgeht, dass ein Femizid nur dann vorliegt, wenn der Mord an einer Frau nicht strafrechtlich geahndet wird, und behauptete, dass «dieses Phänomen in Deutschland nicht vorkommt». Die Regierung übernahm weder die von der WHO noch die von den Vereinten Nationen angebotenen Beschreibungen und bot keine andere an. Zwar wird nicht mehr direkt verneint, dass Femizide in Deutschland stattfinden, gleichzeitig werden sie aber auch nicht offiziell bestätigt und aufgearbeitet.

Trotz unterschiedlicher begrifflicher Ansätze ist den verschiedenen Beschreibungen des Phänomens eins gemein1: Die Tötung von Frauen und Mädchen aufgrund von tief liegenden Frauenhass wird bereits seit den 1970er Jahren von Feministinnen in der Wissenschaft, in sozialen Bewegungen und im Anschluss auch in den Parlamenten unter dem Begriff des Femizids oder Feminizids gefasst und debattiert, Femizide als extremen Ausdruck hierarchischer Geschlechterverhältnisse und männlichen Dominanz-Bestrebens. Die dieser Problematik zugrundeliegende männliche Vormachtstellung beruht auf der Ausübung von Herrschaft in unterschiedlichen, miteinander verflochtenen Formen, sei es «sexuell, intellektuell, ökonomisch, politisch oder kriegerisch».

Sie tritt dann deutlich zutage, auch in Form von körperlicher Gewalt, wenn diese männliche Position infrage gestellt oder angegriffen wird.2

So nahm die Anzahl der Femizide in Partnerschaften in den 1970 Jahren in den USA mit den Fortschritten feministischer Bewegungen zu. Die Gleichzeitigkeit beider Entwicklungen legt nahe dass die wachsende Unabhängigkeit von Frauen dazu geführt hat, dass einige Männer mit tödlicher Gewalt reagieren. Diese Männer, die sich bedroht oder herausgefordert fühlen, scheinen für sich das Recht in Anspruch zu nehmen, jede Form von Gewalt anwenden zu dürfen, die notwendig ist, um die Herrschaft über die zu behalten, die sie für ihre Untergebenen halten.

Nach den Untersuchungen von Oberlies3 stehen Tötungen in Partnerschaften außerdem oft – aber nicht nur – am Ende wiederholter Gewalthandlungen, weshalb sie, Interventionen von außen vermisst.

Deshalb ist in dieser Hinsicht weiterer Druck notwendig, um die männliche Vormachtstellung zu bekämpfen. Unsere feministischen Räume dienen neben politischer Selbstorganisierung als Schutzräume für FLINTs. Solange unsere Räume von Frauenhasser eingenommen werden, werden wir alle insgesamt in unserem Kampf gegen das Patriarchat geschwächt, was bedeutet, dass damit Sexismus auch nicht gesamtgesellschaftlich untersucht oder adressiert werden kann. Strukturell sexistische Gruppen spalten uns FLINTs, spielen uns gegeneinander aus und schwächen unsere Kämpfe um Befreiung.

Gegen dieses strukturelle Problem gehen linke Gruppen zwar vor, doch wie das bei strukturellen Problemen häufig der Fall ist, scheitern sie daran einen offenen Diskurs zu schaffen, der Betroffene inkludiert. Das eigene politische Verständnis immunisiert einen nicht selbst davor solche Strukturen zu reproduzieren. In Solidarität mit den Betroffenen solcher Gewalt und solcher Ausschlüsse, wollen wir im Folgenden diese patriarchalen Machtstrukturen in der DIDF Jugend an die Öffentlichkeit bringen.

Wir wollen den Frauenhass thematisieren, nachdem über Jahre hinweg, sowohl auf persönlicher als auch auf interner organisationaler Ebene, jegliche Versuche der Betroffenen gescheitert sind, die Ereignisse in den DIDF-Strukturen überhaupt anzusprechen. Die Betroffene wird durch Slutshaming ausgegrenzt und gleichzeitig werden die strukturell patriarchalen Missstände mittels Silencing sowie Ausschluss von Betroffenen und Supporter_innen erhalten. Es ist unbestreitbar, dass hier eine Täter-Opfer-Umkehr stattfindet.

Während die DIDF Jugend immer wieder auf social media den Eindruck erweckt sich gegen Femizide und Gewalt an Frauen stark zu machen, verleugnet sie gleichzeitig strukturelle Gewalt an FLINTs und einen versuchten Femizid in ihren eigenen Reihen. Mit den Worten von Oberlies : «Eine Gesellschaft, die nicht konsequent gegen Gewalt gegen Frauen vorgeht, nimmt deren Tötung billigend in Kauf.»4

Wir fordern die DIDF Jugend dazu auf, Stellung zu beziehen, sowie die politische Auseinandersetzung anzustoßen, um nachhaltig die sexistisch-patriarchalen Strukturen zu ändern. Mit der Öffentlichmachung wollen wir genau die strukturellen Bedingungen angreifen und sabotieren, die Gewalt gegen FLINT*-Personen ermöglichen: den Frauenhass und die Wiederholung von misogyner Gewalt durch das Verschweigen und Leugnen der Gewalt und durch die aktive Täter-Opfer-Umkehr.

Für uns steht außer Frage, dass aus dem Femizidversuch eines DIDF Jugend Vorstands Konsequenzen folgen müssen. Darüber hinaus kritisieren wir den mangelnden Umgang der DIDF Jugend mit dem durch ihren Vorstand ausgeübte Gewalt, sowie die patriarchalen und sexistischen Strukturen, die diesen Übergriff bis heute stützen. Zusätzlich wurden im August 2020 Betroffene, die ebenfalls austraten nachdem sie Sexismus erlebten, von Vorstandsmitgliedern belästigt. Ein weiterer Grund für das Schweigen der Betroffenen ist der Umstand, dass es ohnehin nicht viele migrantische und bundesweit agierende linke Organisationen gibt. Man befürchtet, dass man in einem ständigen Zustand der rassistisch motivierten Unterdrückung durch das Ansprechen von sexistischen Strukturen, die eigene Community schädigt. Die Alternative darf für junge migrantische und linke Frauen aber nicht sein organisiert und sexistisch unterdrückt oder unorganisiert und unversehrt zu sein. Bis heute ist DIDF bei den meisten linken Kundgebungen, Demos und Veranstaltungen präsent und für Betroffene ist die Anwesenheit von Tätern und Täterstrukturen in diesen Kontexten unzumutbar.

Den Unterzeichenden sind die Details und Umstände des Vorfalls bekannt. Aus Respekt vor der Betroffenen, aber auch um eine rechtliche Täter-Opfer-Umkehr zu vermeiden, wird bewusst verzichtet, genauere Details preiszugeben. Bei Bedarf wird im Einzelfall auf diese eingegangen. Darüber hinaus möchten wir verhindern, dass die Erfahrungen von Frauen im Patriachat abermals individualisiert werden: Keine Struktur ist frei von Machtverhältnissen. Gewalt gegen FLINT-Personen und Silencing sind ein bekanntes Phänomen und Gegenstand zahlreicher Forschungen!

Der Fall der Betroffenen ist kein Einzelfall. Nur wenn jetzt eingegriffen wird kann eine Wiederholung solcher oder ähnlicher Gewalt gegen Frauen verhindert werden.

Nachdem wir von diesen Vorfällen und dem strukturellen Slutshaming, Silencing und Ausschließen von Betroffenen erfahren haben, sehen wir es als unsere Aufgabe auf dieses Verhalten aufmerksam zu machen und Betroffene von sexistischer Gewalt zu unterstützen. Wir werden uns unsere Räume zurück nehmen!

Wir fordern die DIDF Jugend auf, Stellung zu den geschilderten Vorfällen und dem strukturellen Silencing gegenüber Betroffenen und FLINT-Personen zu nehmen!

Wir fordern den Rücktritt des Täters aus dem Vorstand!

Wir fordern, dass die DIDF Jugend öffentlich und transparent zeigt, wie sie sich aktiv und nachhaltig mit den eigenen patriarchalen Strukturen auseinander setzen wird! Wir fordern, dass sich über die Aufarbeitung des oben genannten Vorfalls hinaus, Konzepte erarbeitet werden, wie zukünftige Übergriffe verhindern werden können und wie im Falle des Geschehens mit ihnen umgegangen wird!

Wir bitten ausdrücklich darum, diesen Aufruf nicht als Anlass zu sehen, mögliche Betroffene in Erklärungsnot zu bringen, sondern eben diese zu schützen, ihnen zuzuhören und strukturelle Veränderungen einzuleiten.

AFLR Marburg
ag5
ana*m
Decolonize Marburg!
GG VYBE
Las Cayenas
Women’s march Heidelberg
Women Defend Rojava Soligruppe-Marburg

Wusstest du, dass….

Geflüchtete ein höheres Risiko für unsichere Schwangerschaftsabbrüche tragen?

Auf ihrer Flucht sind Geflüchtete den rassistischen Grenzregimen ausgesetzt. Sie befinden sich in einer sehr belastenden Situation, die geprägt sein kann von Gewalterfahrungen und Traumatisierung. Hinzu kommt die schwierige Situation in den Erstaufnahmeeinrichtungen der Ankunftsländer. Hier ist oft keine durchgehende Gesundheitsversorgung für die Geflüchteten vorhanden. Dies erhöht die Gefahr einer ungewollten Schwangerschaft, zum Beispiel durch den fehlenden Zugang zu Verhütungsmitteln. Auf Grund von Sprachbarrieren und erschwerten Zugängen zu den Gesundheitssystemen sind schwangere Geflüchtete einem höheren Risiko von unsicheren und „selbstinduzierten” Schwangerschaftsabbrüchen ausgesetzt. Diese können schwerwiegende Folgen wie Unfruchtbarkeit haben. Unsichere Abtreibungen sind der dritt häufigste Grund für das Versterben schwangerer Menschen.

Das darf nicht sein! Geflüchteten Menschen darf auf Grund ihres Aufenthaltsstatus der Weg zu sicheren Abtreibungen nicht verwehrt werden. Stattdessen muss der Zugang zu Gesundheitsversorgung, psychologischer und sozialer Betreuung insbesondere für schwangere Menschen gewährleistet sein.

Patriarchale und rassistische Herrschaftsverhältnisse sind verschränkt und müssen gemeinsam überwunden werden.

Für den Anarcha-Feminismus!

Wusstest du, dass….

durch die derzeitige Pandemie mindestens 1,5 Millionen zusätzliche unsichere Schwangerschaftsabbrüche durchgeführt werden?

Insgesamt verschlechtert die Corona-Pandemie die gesundheitliche Versorgung in vielen Ländern der Welt. Insbesondere schwangere Menschen können davon betroffen sein. So rechnet die NGO Marie Stopes International mit 1,5 Millionen zusätzlichen unsicheren Schwangerschaftsabbrüchen, 900.000 zusätzlichen ungewollten Schwangerschaften und 3.100 zusätzlichen Schwangerentoden in Folge der Pandemie. Gründe für diese Anstiege sind unter anderem die schwere Erreichbarkeit von Kliniken und Apotheken, lange Wartezeiten sowie der erschwerte Zugang zu Verhütungsmitteln.

Auch in Deutschland wird damit gerechnet, dass es vermehrt zu unsicheren Abbrüchen kommt. Schwangere Menschen müssen vor einem Abbruch zu verschiedenen Beratungsterminen und Untersuchungen. Durch Quarantäneregelungen, Ausgangsbeschränkungen und die teilweisen Schließungen von Einrichtungen ist nicht gewährleistet, dass sie diese in den gesetzlichen Fristen auch wahrnehmen können.

Die Versorgung von schwangeren Menschen und ihr Recht auf die Selbstbestimmung über ihren Körper sind jedoch auch während einer Pandemie essenziell und muss gewährleistet werden.

Die Pandemie hat eine patriarchale Dimension. Wir müssen sie beide zusammen bekämpfen!

Für den Anarcha-Feminismus!

Wusstest du, dass….

der „Abtreibungsparagraph“ 219a in direkter Nazitradition steht und keinerlei demokratische Legitimation hat?

1933 wurde das sogenannte Ermächtigungsgesetz erlassen, aufgrund dessen die Hitler-Regierung Gesetze ohne die Zustimmung des Reichstages erlassen konnte – ohne demokratische Legitimation also. So wurden auch die §§ 219 und 220 des Reichsstrafgesetzbuchs durch die NS-Regierung eingeführt. Nach dem Ende des selbsternannten Dritten Reiches wurden die Paragraphen im neuen Strafgesetzbuch übernommen, da ihnen „kein spezifischer NS-Gehalt zugeschrieben wurde“. 1974 wurden die §§ 219 und 220 dann im heutigen §219a zusammengeführt. Demokratische Legitimation hat er noch immer nicht.

Der §219a verbietet das „Werben“ für Schwangerschaftsabbrüche. Ärzt*innen wie Kristina Hänel, die darüber informieren, wie sie Schwangerschaftsabbrüche durchführen, werden mit diesem Nazi-Paragraphen verfolgt. Der Staat hat kein Recht, sich in die Selbstbestimmung über unsere Körper einzumischen! Weg mit den „Abtreibungsparagraphen“ 218 und 219, inklusive des Naziparagraphen 219a!

Die Überwindung des Patriarchats erfordert auch konsequente Entnazifizierung.

Für den Anarcha-Feminismus!

Wusstest du, dass….

Schwangerschaftsabbrüche in der Regel selbst bezahlt werden müssen?

Nur in restriktiv bestimmten Ausnahmesituationen übernehmen die Krankenkassen die Finanzierung von Schwangerschaftsabbrüchen. Die Kosten zwischen 350 und 600 € können sich längst nicht alle leisten.

Selbst wenn der Ausnahmefall eintritt, dass Schwangere zu finanzieller Hilfe berechtigt sind, liegt vor ihnen ein riesiger Haufen Arbeit. Sie müssen sich noch vor dem Abbruch durch die ganze Bürokratiescheiße kämpfen, denn: Rückwirkend wird eine Kostenübernahme nicht genehmigt. Das ist vor allem deshalb stressig, weil Schwangerschaftsabbrüche ja eh immer Eilsache sind: Nur innerhalb der ersten 12 Wochen sind sie (außerhalb von einigen Ausnahmen) straffrei.

Dass Schwangerschaftsabbrüche in der Regel nicht von der Kasse übernommen werden, ist mal wieder ein Zeichen dafür, dass die dürftigen Versuche solidarischer Lösungen der „sozialen“ Marktwirtschaft nicht ausreichen, um Menschen wirklich gut zu versorgen. Es zeigt:

Klassen- und Geschlechterverhältnisse sind miteinander verwoben und müssen zusammen bekämpft werden.

Für den Anarcha-Feminismus!

Wusstest du, dass….

Menschen unterschiedlicher Geschlechter schwanger werden können?

Um schwanger sein zu können braucht es vor allem einen Uterus. Diesen können Menschen vieler Geschlechter haben, zum Beispiel Inter-Personen, Trans-Männer, Cis-Frauen oder Nicht-Binäre Personen. All diese Personengruppen können somit auch ungewollt schwanger werden und damit auf eine Abtreibung angewiesen sein. Warum ist beim Thema Schwangerschaft und Abtreibung trotzdem immer nur von Cis-Frauen die Rede? Das liegt an der Hetero-Cis-Normativität unserer Gesellschaft. Cis-geschlechtlich und heterosexuell zu sein wird künstlich als der Normalzustand definiert, unabhängig von der eigentlichen Vielfalt an Geschlechtern und Sexualitäten. Das haben die Meisten so sehr verinnerlicht, dass alle, die nicht in diese Norm passen, ignoriert, übergangen und geleugnet werden. Sie werden systematisch ausgeschlossen und unsichtbar gemacht.

Für einen schwangeren Trans-Mann bedeutet dies, dass es für ihn noch schwieriger ist, eine Abtreibung zu bekommen als für Cis-Frauen. Die Wahrscheinlichkeit, dass er auf dem Weg zu seiner Abtreibung Gewalt erlebt, die mit seinem Trans-sein zusammenhängt ist sehr groß: Ärzt*innen, die von ihm irritiert sind, die sich mit seinem Körper nicht auskennen, ihn misgendern oder ihm sogar die Behandlung versagen. Das heißt nicht, dass wir nicht auch all die Cis-Frauen unterstützen wollen, die Zugang zu sicheren, legalen Schwangerschaftsabbrüchen brauchen. Allerdings ist ein Kampf für sichere und legale Abtreibung nichts wert, wenn er nicht alle Betroffenen einschließt.

Hetero-Cis-Normativität und Sexismus sind miteinander verschränkt und müssen gemeinsam überwunden werden.

Für den Anarcha-Feminismus!